Niederösterreich - Anträge auf Sonderprüfung durch Landesrechnungshof eingebracht

Niederösterreich – Anträge auf Sonderprüfung durch Landesrechnungshof eingebracht



In Bezug auf die Sonderprüfung landesnaher und landeseigener Gesellschaften durch den niederösterreichischen Landesrechnungshof sind am Donnerstag die entsprechenden Anträge im Landtag eingebracht worden. Die Schriftstücke wurden von den 26 Abgeordneten von SPÖ, FPÖ, NEOS und Grünen und damit wie erforderlich von mehr als einem Drittel der Mandatare unterfertigt. Mit Ergebnissen rechnen die vier Parteien im Herbst.

Die Aufträge werden nun an den Landesrechnungshof “mit dem Ersuchen um Integration in das Prüfprogramm” übermittelt, hieß es seitens der Landtagsdirektion. Konkret wurden fünf Anträge eingebracht: Die ersten vier betreffen den Energieversorger EVN und dessen Töchter, die HYPO NOE Landesbank für Niederösterreich und Wien AG, die Landesgesundheitsagentur (LGA) und die Wirtschaftsagentur des Landes ecoplus. In einem fünften Antrag wird die Prüfung von ausgewählten Rechtsträgern, an welchen das Land NÖ beteiligt ist, gefordert: NÖ Energie- und Umweltagentur GmbH, NÖ Familienland GmbH, Radland GmbH, Niederösterreichische Verkehrsorganisationsges.m.b.H. (NÖVOG), Natur im Garten GmbH, Natur im Garten Service GmbH, DIE GARTEN TULLN GmbH und NÖ.Regional.GmbH.

Anonyme Anzeige gegen ÖVP Niederösterreich

Als Auslöser für die Sonderprüfungs-Anträge gilt eine anonyme Anzeige gegen die ÖVP Niederösterreich. Diese dreht sich um einen Verlag, der Medieninhaber zweier von der ÖVP Niederösterreich herausgegebener Publikationen ist. Seitens des Landes sowie von landesnahen Unternehmen würde in den Schriftwerken immer wieder großzügig inseriert. Die personellen Verflechtungen des Verlages zur ÖVP seien eng. Die anonyme Anzeige legt den Verdacht einer Umgehungskonstruktion nahe, also dass tatsächlich die ÖVP Medieninhaber sei und entsprechende Inserate rechtswidrig nicht im Rechenschaftsbericht ausgewiesen worden seien.

Der Unabhängige Parteien-Transparenz-Senat sah nach Einholung einer Stellungnahme der ÖVP “keinen Anlass für ein Tätigwerden im Rahmen eines Verwaltungsstrafverfahrens”. Die Stellungnahme der Landes-ÖVP sei dem Rechnungshof zur Kenntnis übermittelt worden. Die ÖVP weist die Vorwürfe zurück. Den Anträgen werde mit Gelassenheit entgegengeblickt.

(apa)


www.wienerzeitung.at

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