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Rot-Weiß-Rot-Karte – Erste Hilfe bei der Pflege aus dem Ausland


Noch sind die Änderungen bei der Rot-Weiß-Rot-Karte, konkret im Ausländerbeschäftigungsgesetz, in Begutachtung. Und schon wollen die Klubobleute im Zuge der Pflegereform weitere Erleichterungen, um den aktuellen und künftigen Bedarf in den Mangelberufen Pflegefachassistenz und Pflegeassistenz leichter decken zu können.

Grundsätzlich gibt es für jene, die in Österreich über diese Schiene einen Aufenthaltstitel und eine Arbeitsberechtigung erhalten wollen, Punkte je nach Qualifikation und Berufserfahrung. Von maximal 90 müssen für die Rot-Weiß-Rot-Karte 55 erreicht werden. Schon bei der Präsentation des Gesetzesentwurfs vor kurzem sagte der von der ÖVP gestellte Arbeitsminister Martin Kocher, neuerdings auch für Wirtschaft zuständig, dass in Mangelberufen Lehrabschlüsse mit Universitätsabschlüssen punktemäßig gleichgestellt werden. Genau das erwähnte auch Klubobmann August Wöginger bei der Präsentation der Maßnahmen im Zuge der Pflegereform.

Rot-Weiß-Rot-Karte künftig auch für ältere Pflegekräfte

Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser kritisierte in einer Aussendung, dass auch die Punkte für das Alter – bis zum 30. Geburtstag gibt es 15, bis zum 40. zehn Punkte – in der Pflege “kontraproduktiv” seien, wenn man den Fachkräftemangel wirkungsvoll begegnen wolle: “Eine Frau mit 42 Jahren, die eine Pflegeausbildung begonnen hat und erfolgreich auf ihre Berufstätigkeit zugeht, ist nicht zu alt für den Beruf. Ganz im Gegenteil, für die Pflege und Betreuung braucht es soziale Reife und Lebenserfahrung”, wird Moser da zitiert. Die Regierung will nun, dass bis zu 50-jährige Pflegekräfte Punkte erhalten.

Bislang gab es für Deutschkenntnisse auf A1-Niveau 5, auf höherem B1-Niveau 15 Punkte. Während auch Englisch auf B1-Niveau Punkte brachte, spielten Sprachkenntnisse wie Türkisch, Serbisch oder Kroatisch von in Österreich relevanteren zugewanderten Gruppen, die mittlerweile ebenfalls ins pflegebedürftige Alter kommen, keine Rolle. Für die Pflege will die Regierung auch hier eine Sonderregelung einführen: “Die Beurteilung der Sprachkenntnisse obliegt künftig dem Dienstgeber, der entscheidet, welches Sprachniveau künftig notwendig ist”, erläutert Wöginger. “Beschleunigungen soll es auch bei der Nostrifizierung von Ausbildungen geben.”

Im Entwurf zur Änderung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes, der sich derzeit in Begutachtung befindet, ist davon noch nichts zu lesen.

Bundesverband begrüßt Reformen

Markus Mattersberger, Direktor des “Lebenswelt Heim”-Bundesverbandes begrüßt die Neuerungen. “Die Chance, dass sich in der Pflege tiefgreifend etwas ändert, war nie so groß.” Sinnvoll seien jedenfalls die Anhebung der Altersgrenze sowie Erleichterungen bei der Nostrifizierung. Kritischer sieht er das Thema Sprachkenntnisse: Einrichtungen könnten sich aufgrund des Personalmangels gezwungen sehen, auch Pflegekräfte mit sehr geringen Deutschkenntnissen anzustellen.

Und noch eine Neuerung soll Pflegeberufe attraktiver machen: “Wer in Österreich eine Pflegeausbildung macht, darf auch in der Pflege arbeiten”, versichert ÖVP-Klubobmann Wöginger. Damit öffnet sich also auch eine Tür für Asylwerberinnen oder Asylwerber mit einer Pflegeausbildung zum Arbeitsmarkt. Bislang war eine abgeschlossene Ausbildung kein Grund, im Land bleiben und arbeiten zu dürfen.


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